Pressebericht, Quelle: Westerwälder Zeitung (vom 19.08.2012)

Zum siebten Male wurde im Rahmen des internationalen Hachenburger Springturniers die Nacht der Pferde ausgerichtet.

Nacht der Pferde wieder traumhaft schön

Hattert/Hachenburg - Am Ende geht alles gut aus. Natürlich. „Muss es auch“, sagt Gabriele Metz, die zum siebten Mal für die Nacht der Pferde im Rahmen des internationalen Hachenburger Springturniers verantwortlich war. Eine leichte Romeo-und-Julia-Geschichte inklusive der obligatorisch verfeindeten Familien nahm die Zuschauer mit zu den einzelnen Bildern der Show am Freitag Abend. Eine Show mit tollen Programmpunkten, einem großen Schwachpunkt und einigen Längen. Da waren einerseits prächtige Pferde, hervorragend ausgebildet und weitestgehend gut präsentiert. Zusammen mit fantastischen Kostümen gab es immer wieder schöne Bilder zu sehen. Andererseits fehlte auf dem großen Platz der Fokus, um das faszinierende Wesen Pferd ins rechte Licht zu rücken.

Das Liebespaar, immer wieder auf ihren wunderbaren Friesen in der Bahn, entstammt dem Friesen Magic Team aus Berod. Diese Gruppe, zumeist zu viert unterwegs, hat in Hachenburg mehrfach, sei es als Quadrille oder in gleichzeitigen, aber voneinander unabhängigen Dressurlektionen ihre außergewöhnliche Qualität bewiesen und eine eingefleischte Fangemeinde gewonnen. Das Duo jedoch wurde damit oft nicht in Verbindung gebracht. „Das Friesen-Team war gar nicht da“, meine eine Zuschauerin enttäuscht. Die Gruppe Ars Equitandi, die unter anderem die tollkühnen Kämpfer, beeindruckte beim Schwertkampf zu Pferde in nahezu gestrecktem Galopp mit einem Tempo, das die meisten Reitpferde wohl Zeit ihres Lebens niemals unter dem Sattel werden zeigen dürfen.

„Die spanische Guppe war sehr gut“, verriet Ramona Eisbach aus Großholbach ihren Favoriten unter den Akteuren. „Viva el Caballo“ zeigte barocke, spanische und Fantasy-Elemente. Ausgerechnet diese beeindruckende Gruppe wurde von der Choreografie, die schlicht die Größe des Platzes nicht berücksichtigte, nach der Pause wieder in ein Geviert nahe dem Einlass gelegt. Dabei hatten die Zuschauer sich zuvor eben über die fehlende Nähe beklagt. Vernachlässigt wurde dabei ausgerechnet das Publikum auf der überdachten Tribüne, die sich als die dankbarste Gegend für die Showreiter präsentierte und nahezu jedes Vorbeireiten schon mit Applaus bedachte.

Reiter und Pferde waren alles in allem absolut sehenswert und warteten mit teilweise hoher Reitkunst auf. Trotz der insgesamt 32 beteiligten Pferde waren es für den großen Springplatz aber schlicht und einfach zu wenig PS gleichzeitig. Die einzige Gruppe, die hier einigermaßen Präsenz ausstrahlte, war „Wäller Wind“, die immerhin zwölf Isländer gleichzeitig an den Start brachte. „Wunderbar“, meinte Gerhard Weyer aus Marzhausen über die robusten Vier- bis Fünfgänger. „Da war genug Bewegung drin.“ Zweifelsfrei: Zwölf Isis auf breiter Front oder aber leicht versetzt im Tölt bis zuweilen Renntölt unterwegs waren schon ein tolles Bild.

Bei allen Höhen und Schwächen gab es auch beeindruckendes Vertrauen des Pferdes zu seinem Reiter zu sehen und dabei ein echte, aber nicht erzählte, „Pferdeflüsterer-Geschichte“. Ausgerechnet der Feuerengel, gleichzeitig auch das Pferd, das im Schlussbild frei und allein unter der Feuerpyramide stand, hatte sein Vertrauen in die Menschheit komplett verloren. „Der war unreitbar“, verrät sein heutiger Reiter Michael Paulus. Gabriele Metz ergänzt: „Der stand nur auf zwei Beinen und hat auch attackiert.“ Bei Paulus kam das Tier auf die Wiese, um wieder „Pferd zu sein“, dann gab es Aus- und Vertrauensbildung vom kleinen Einmaleins an. Nunmehr sechs Jahre ist das her und inzwischen gehört der elfjährige Galito sicher zu den außergewöhnlichen Showpferden im Land.

Ute Lisges



Pressebericht, Quelle: Westerwälder Zeitung (vom 19.08.2012)